Viele bedeutende Formgestalter aus der ehemaligen DDR sind bereits älter. Ihr wertvolles Wissen und ihre persönlichen Einblicke in die ostdeutschen Designprozesse drohen verloren zu gehen. Das Gleiche gilt für zahlreiche private Archive, die in ihrem Gehalt gefährdet sind.

Da das Haus der Geschichte bisher kein Interesse zeigte, ostdeutsche Nachlässe, Objekt-Bestände und Archive von Gestaltern aufzunehmen, gehen derzeit wertvolle Bestände des DDR-Designs für die Sammlung verloren.

Die Stiftung Industrie- und Alltagskultur rief deshalb 2007 das Projekt „Archiv ostdeutsche Formgestalter“ ins Leben. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, bestehende Archive zu retten und das Wissen der Formgestalter zu dokumentieren.

Die Stiftung will die ostdeutsche Designgeschichte zunächst unter biografischen Aspekten erfassen, dokumentieren und darstellen. Damit werden gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge beleuchtet, die die Formgestaltung in der SBZ/DDR prägten. Gegenständliche Artefakte, Nachlässe und Archivalien möchte die Stiftung langfristig sichern und zugänglich machen, angedacht sind hierfür Kooperationen mit weiteren Partnern sowie die Vernetzung mit verschiedenen Institutionen.

Mit dem Projekt erfüllt die Stiftung Industrie- und Alltagskultur ihren Stiftungszweck, „industrie- und alltagskulturelle Prozesse für die öffentliche Meinungsbildung zu erschließen und in ihren humanisierenden Wirkungen zu fördern.“
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